Blüten auf den Wiesen des Dinkelbergs
Wir befinden uns mit unseren Aktivitäten in der Region Dinkelberg. Die hügelige abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Acker und Wald erhielt ihren Namen aufgrund des Anbaus von Dinkelkorn welches später größtenteils durch ergiebigere Getreidesorten verdrängt wurde. Die Bedeutung der Landwirtschaft, der Streuobstwiesen, des Obstanbaus sowie des Ackerbaus geht stetig zurück.
Der Dinkelberg fußt auf einer Muschelkalkscholle, ähnlich einer Insel. Inzwischen entwickelte sie sich zu einer Karstlandschaft aus Sedimenten mit hohem Calciumcarbonat Anteil. Durchbrüche im Untergrund des Dinkelbergs führten zu Höhlen wie der Hasler Tropfsteinhöhle, der Tschamber-Höhle und weiteren kleinen Höhlen wie auch in Dossenbach.
Der Dinkelberg ist Lebensraum für vielfältige Pflanzenwelt, Vögel, Kleinsäuger und Insekten. In den Wiesen, Streuobstwiesen und auf wilden Halden begegnet man je nach Jahreszeit unterschiedlichen blühenden Pflanzen. Natürlich findet man hier und da auch selten gewordene Pflanzen. Uns geht es im Folgenden jedoch um jene blühenden Arten, welchen wir ganz unvermittelt und häufig begegnen. Einige von ihnen wollen wir in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen. Denn sie sind allgegenwärtig und sorgen für bunte Bilder und reges Treiben. Sie bilden die Lebensgrundlage für unsere Insekten und Vögel.
März
Die Blütenkörbchen des Gänseblümchens finden wir von März bis November. Hummeln, Bienen und Fliegen besuchen diese emsig und bestäuben sie hierbei. Doch die Pflanze ist nicht auf Fremdbestäubung angewiesen. Die Blüten einer einzigen Pflanze sind in der Lage sich gegenseitig zu bestäuben. Die Blüten sind übrigens essbar.
Scharbockskraut wächst nur 10 bis 20 cm hoch. Die Blüten bilden Nektar und die Blätter wurden in früheren Zeiten wegen ihres hohen Vitamin C gehaltes gegen Scorbut eingesetzt. Das Kraut bildet Stärke-haltige Knollen und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse.
Die traubigen Kreuzblüten des Wiesenschaumkrauts findet man auf nährstoffreichen Wiesen sehr früh im Jahr. Sie wachsen bis zu 80 cm hoch und stehen im Licht oft weit über dem Wiesengras. Sie gehören zur Gattung der Schaumkräuter und werden besonders von Hummeln als Frühblüher und Nektarspender gschätzt.
Der Löwenzahn ist ein Pfahlwurzler. Seine Blütenkörbchen findet man ebenfalls auf nährstoffreichen Wiesen. Die frischen Blätter wirken bei Verzehr ausgleichend auf Galle, Leber, Blutzucker und Darm. Als Frühblüher lockt er die ersten Insekten aus ihren Winterverstecken und färbt die Wiesen mit seinem satten Gelb.
Gundermann gehört zur Familie der Lippenblütler. Die krautigen Blätter bleiben ganzjährig grün. Die Inhaltsstoffe sind für viele Säugetiere giftig. Wegen seiner ätherischen Öle und Bitterstoffe wurde er jedoch zeitweise als Gewürzpflanze genutzt. Seine Blätter bleiben flach auf dem Boden während die Blütenstängel bis zu 30 cm hochsteigen.
An den Waldrändern und verbuschten Regionen findet man erste Weidenkätzchen. Ihre Blüten sind begehrt bei Wildbienen und Honigbienen gleichermaßen.
Auch Weidenmeisen tun sich an den Pollen der Weidenblüten gütlich.
Die "Wilde Pflaume" bzw. "Kirschpflaume" wächst 6-8 m hoch. Sie gehört zur Gattung der Rosengewächse und ihre Blüten sind begehrt. Bei Sonnenschein bevölkern tausende Bienen einen einzigen ausgewachsenen Strauch.
Der Beginn der Blütenpracht auf den Streuobstwiesen. Noch sind es nur vereinzelte blühende Bäume.
April
Wenn man die Samen von den Fallschirmen des Löwenzahns entfernt kann man leicht verzehren. Die energiereichen Samen sollte man gut kauen. Ihr intensives, herbes Aroma wird geschätzt. Kinder mögen die Pusteblumen besonders, weil die Samenschirmchenwie Fallschirme im Wind fliegen und sich sanft in der Umgebung verteilen.
Hornklee spendet über 50 Bienenarten und vielen Schmetterlingsarten Nahrung. Auch als Gründüngung wird er gerne genutzt. Hornklee ist essbar und wird aufgrund seiner beruhigenden Wirkung geschätzt.
Rotklee ist ebenfalls essbar, die Blütenblätter eignen sich als Garnitur von Suppen, Salaten und Süßspeisen sowie als Zutat in Smoothies. Als Tee soll er die Begleiterscheinung der Wechseljahre abfedern.
Auf den Wiesen dominiert nun der Hahnenfuß. Seine Blüten bieten Nektar und Pollen für Schmetterlinge, Bienen und viele weitere Insekten. Als Heu dient er als Viehfutter, als frische Blüte ist er jedoch giftig.
Die ersten Blüten der Witwenblume zieren die Wiesen. Sie gilt als insektenfreundliche Staude, essbare Dekoration, Wildkraut für die Küche. Sie eignet sich auch für Bienenfreundliche, wild gestaltete Gärten.
Zaunwicken klettern gerne, sind mehrjährig und ökologisch wertvoll. Als Leguminose bindet sie Stickstoff aus der Luft und gilt als wirksame Gründüngung. Neben der Bodenverbesserung bietet sie vielen Insekten Nahrung.
Während Anfang April noch die Kirschblüte die Streuobstwiesen dominierte folgt nun die Apfelblüte. Ihre weißen und rosa Blüten bereichern die Landschaft.
Wiesensalbeiblüten sprießen vorsichtig empor. Ihre Blätter und Blüten haben eine
entzündungshemmende und krampflösende Wirkung und werden oft als Mittel gegen Halsschmerzen eingesetzt. In Suppen, Salaten, Pesto und Kräuterbutter verwendet man sie als mildes Gewürz.
Mai
Wiesen Margeriten sind mehrjährige Staudenpflanzen und dient als Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. Die essbaren süßlichen Blüten und Blätter können als Garnitur oder im Salat verwendet werden. Die Pflanze enthält ätherische Öle, welche entzündungshemmend und krampflösend wirken.
Der Wiesen Bocksbart ist ebenfalls ein Lieferant von Püllen und Nektar für Insekten und eignet sich auch für die Küche. Die jungen Triebe, Blätter, Knospen und Wurzeln schmecken ähnlich wie Schwarzwurzeln oder Spargel und lassen sich auch wie Spargel dünsten oder in der Pfanne anbraten.
Wiesen Kerbel ist reich an Vitamin C, Magnesium und Eisen. Die jungen Blätter, Triebe und Stiele werden oft als Gewürz in Suppen, Salaten und Pesto oder Kräuterbutter verwendet.
Vorsich vor Verwechslung mit dem giftigen Schierlings!
Zottiger Klappertopf unterstützt die Anlage und Pflege von artenreichen Blumenwiesen, da er die Wurzeln von Gräsern anzapft und ihnen Wasser und Nährstoffe entzieht. Hiermit schwächt er die konkurenzfähigen Gräser und schafft Licht und Platz für andere, seltenere Kräuter. Als Futterkraut ist er unbedeutend (kaum Nährwert und als junge Pflanze leicht giftig).
Quellen Hornkraut wird als Nahrungsquelle von Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten angenommen und ist ein robuster Bodendecker. Die winterharte ungiftige Pflanze findet man bevorzugt auf feuchten Wiesen.
Gamander Ehrenpreis gilt als entzündungshemmend, beruhigend und schleimlösend und wird deshalb gerne als Tee verwendet. Die frischen, geschnittenen Blätter und Blüten werden in Wildkräutersalatenals Zutat und Dekoration verwendet. Die Blüten spenden vielen Insektenarten Pollen und Nektar.
Besenginster wird oft im Gartenbau und an Böschungen wegen seiner verfestigenden Wirkung aufgrund tiefer Wurzeln verwendet. Die Pflanze ist giftig. In geringen Dosierungen ist sie medizinisch nutzbar. Der als Pionier geschätzte Strauch trägt gelbe Blüten und liefert Pollen für Wildbienen und Futter für Raupen.
Die Flockenblume ist reich an Nektar und Pollen und lockt zahlreiche Wildbienen und Schmetterlinge an. Die blüten sind essbar, aromatisch und dekorativ in Salaten und Suppen. Ihre Wurzeln wirken als Tee-Aufguss verdauungsfördernd.
Juni
Die Blüten der "Echten Kamille" helfen als Tee aufgegossen bei Blähungen und Magenkrämpfen und fördern die Verdauung. Ein 10-minütiger Aufguss löst die ätherischen Öle und lindert Hustenreiz und Halsschmerzen. Zudem wirkt der Tee desinfizierend bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Als Kompresse mit abgekühltem Kamillensud unterstützt Kamille die Wundheilung. Das typische Kamillenaroma wird auch zur Herstellung von Naturkosmetig geschätzt.
Die Wiesen-Platterbse ist
im getrockneten Zustand (Heu) eine nährstoffreiche, eiweißhaltige Futterpflanze. Sie fördert mit ihrem weit gefächerten Wurzelwerk das Bodenleben und verbessert die Humusbildung. Sie dient als Raupenfutter und Nektarspender für Bienen und Insekten.
Die Ackerwinde dient Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen als Nahrungsquelle. Kahle Stellen werden von ihr rasch überwuchert und begrünt.
Punktierter Gilbweiderich
wird als Zierpflanze im Garten eingesetzt. Aber Vorsicht, die Staude breitet sich aus. Sie ist eine wertvolle Nahrungsquelle für viele Insektenarten.
Die raue Gänsedistel ist essbar. Schmeckt ähnlich wie Kopfsalat, hat aber eine nussige Note. Junge Blätter und die Knospen eignen sich für Salate oder als Pesto, ältere, von Stacheln befreite Blätter können wie Spinat gedünstet werden. Die Bitterstoffe der Pflanze regen den Appetit an und fördern die Verdauung. Die Blüten werden gerne von Insekten besucht.
Die purpur roten Blütenblätter des Klatschmohns sind essbar, schmecken nussig und eignen sich als Dekoration für Salate, Suppen oder Desserts. Die reifen Samen aus den Kapseln können zum Backen oder als Topping verwendet werden. Hinzu kommt die beruhigende, schlaffördernde und den Hustenreiz mindernde Wirkung beim Teeaufguß der Blütenblätter.
Kleinköpfiger Pippau zeichnet sich durch seine leuchtend gelben Blüten aus. Sie sind eine reiche Nektar- und Pollenquelle für Wildbienen, Schmetterlinge und weitere bestäubende Insekten. Die Pflanzenteile sind ungiftig, weisen jedoch einen ausgeprägten, scharfen und stark bitteren Geschmack auf.
Die Acker- oder Wiesen-Glockenblume ist ungiftig und essbar. Die zarten Blüten wie auch die jungen Blätter schmecken mild-süßlich. Sie eignen sich hervorragend als farbenfrohe, essbare Dekoration für Salate oder Desserts. Auch die fleischigen Wurzeln können als Gemüse genutzt werden. Während ihrer langen Blütezeit locken sie viele Bestäuber an.
Juli/August
Die schneeweißen Blüten der Gras-Sternmiere ziehen Wildbienen und Schmetterlinge an. Ihre zarten, teppichartigen Polster beschatten den Boden und bewahren den Untergrund vor dem Austrocknen.
In kleinen Mengen finden die jungen, zarten Triebe und Blüten in Wildkräutersalaten oder Suppen Verwendung.
Die Triebe des Feinstrahl Berufkrauts sind eine essbare, würzige Zutat für Salate oder Suppen. Als Tee bei Magenbeschwerden werden sie kaum noch genutzt.
Der "Kleiner Odermennig"
kann als Teeaufguss oder Gurgellösung genutzt werden. Er wirkt entzündungshemmend und blutstillend. Er wird vor allem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet
Die Kornblume dient als Nahrungsquelle für viele Insekten und kann als dekorative, essbare Zutat für Salate, Desserts oder in Kräutertees verwendet werden. Man schreibt ihr auch entzündungshemmende Eigenschaften zu.
Die Gemeine Braunelle gilt ebenfalls als essbares, entzündungshemmendes, Heilkraut. Es ist insektenfreundlich und zieht viele Arten an.