Wildbienen

Es ist immer zu empfehlen, die Grundthematik bereits im Kindergarten oder der Schule vorzubesprechen. Ein Gespräch mit uns, vom Verein, hilft die Organisation zu perfektionieren. Um Wildbienen in der Natur zu beobachten, braucht es Sonnenschein. Falls es beim geplanten Termin regnet, ist deshalb ein Ausweichtermin sinnvoll. Info-Material kann man von uns in vielen Fällen bekommen. Da wir uns draußen bewegen und immer auch mehr oder weniger wilde Spiele stattfinden, sind echte Outdoorkleidung und Schuhe angesagt. Wenn das Programm einige Wochen im Voraus besteht, kanns losgehen.

Der Event zum Thema Wildbienen findet am Naturlehrpfad Dossenbach statt. Dort gibt es eine kurze Einführung. Wir arbeiten häufig in zwei Gruppen, falls es mehr als 15 Kinder sind. Thematisch führt das Thema vom Nahrungsangebot über die universellen Hausbienen zu Wildbienenarten, ihrer Verbreitung, ihren Nistplätzen und ihrer oft symbiotischen Lebensweise. Wer sich darauf einlässt die großen und kleinen Blütenbesucher still und leise zu beobachten, entdeckt dabei die Besonderheiten dieser faszinierenden Tiere. 

Domnestizierte Honigbienen

Honigbienen

Riesenblutbiene

Wildbienenhotel

Hummelkasten

Maskenbiene

Staudenbeet im Garten

Blühwiese

Wildbienen in Baden Württemberg

Die Honigbiene und ihre wilden Schwestern - Honigbiene (Apis mellifera) nur eine der 750 Bienenarten in Mitteleuropa und der allein 460 Bienenarten in Baden-Württemberg. 

 

Nur 164 Arten, etwa 36 %, können als ungefährdet bezeichnet werden. Besonders Wildbienen sind ausgesprochen wärme- und trockenheitsliebend, weshalb sie meist nur bei Sonnenschein und entsprechend hohen Temperaturen aktiv sind. Sie kommen in vielen verschiedenen Lebensräumen bei ausreichend hohem Blütenangebot und Vorhandensein geeigneter Nistplätze vor. Wildbienen produzieren im Vergleich zur Honigbiene keinen Honig. 

Aufgrund ihrer Artenvielfalt und der weiten Verbreitung haben Wildbienen eine unersetzbare Bedeutung für die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen. 

        

Honigbienen: 

 

  • In Deutschland gilt die Wildform der Honigbiene (Apis mellifera) als ausgestorben. 
  • Die domestizierte Honigbiene lebt ausschließlich in sozialen Verbänden von bis zu mehreren 10. 000 Arbeiterinnen. Honigbienen sind von Frühling bis Herbst aktiv. 
  • Sie nutzen ein breites Blütenspektrum in vielen verschiedenen Lebensräumen und dies oft in einem großen Aktionsradius von mehreren Kilometern um den Bienenstock. 

 

Wildbienen: 

 

  • Einige Wildbienenarten zeigen ebenso wie die Honigbiene eine soziale Lebensweise so wie die Hummeln, welche auch zu den Wildbienen zählen. 
  • Die meisten Arten jedoch leben solitär, das heißt ein Weibchen kümmert sich allein um den Bau und die Nahrungsversorgung einer Brutzelle. 
  • Manche Wildbienenarten, die Kuckucksbienen, bauen keine eigenen Nester, sondern parasitieren andere Wildbienenarten, indem sie ihr Ei in das Nest einer Wirtsbiene legen. Die parasitische Larve ernährt sich dann von der Wirtslarve und dessen Nahrungsvorrat.  
  • Wildbienen sind auf geeignete Nahrungs- und Nisthabitate angewiesen. Die Größe der Arten variiert zwischen 3 mm und 3 cm Körperlänge. Hinsichtlich der Nistplätze, Flugzeiten und Nahrungsquellen weist jede Art charakteristische Eigenschaften auf. Für ihre eigene Ernährung und die Fortpflanzung sind sie von Blütenbesuchen abhängig. Die Weibchen sammeln neben Nektar vor allem große Mengen an Pollen (wenige Arten sammeln Öl), wofür Sie zahlreiche Blüten anfliegen müssen. 
  • Je nach Bienenart müssen allein für den Pollenvorrat eines einzigen Nachkommen zwischen 2 und 50 Sammelflüge erfolgen. 
  • Durch eine kurze Lebensdauer von wenigen Wochen ist die maximale Anzahl von 10 bis 30 Nachkommen pro Weibchen daher nur sehr gering, welche durch schlechte Witterungsbedingungen, schwindende Nahrungs- und Nisthabitate sowie hohen Parasitendruck meist deutlich niedriger ist.
  • Wenige Wochen nach der Eiablage sterben die Weibchen, die Männchen bereits kurz nach der Paarung. Lokal ist häufig dann die gesamte Population einer Art ausschließlich in Nestern vorhanden und schlüpft erst ein Jahr später wieder als erwachsene Biene.   
  • Wildbienen werden hinsichtlich ihrer Pollenquelle in Generalisten und Spezialisten eingeteilt. Die Spezialisten unter den Bienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Blütenpflanzen einer Familie oder teilweise nur einer bestimmten Gattung. Der Verlust bestimmter Blütenpflanzen bedeutet daher auch oft den Verlust einer darauf spezialisierten Wildbienenart. Die generalistischen Arten sammeln ihren Pollen dagegen von vielen verschiedenen Pflanzenfamilien, zeigen häufig aber eine Präferenz bestimmter Pflanzenfamilien oder -gattungen.

 

Text und Bilder: Manuel Schulz

Garten Wollbiene: Anthidium manicatum lebt solitär, nistet in, 3-16 Brutzellen in morschem Holz mit Schutzwall, bevorzugt Schmetterlings- und Lippenblütler z.B.  Woll-Ziest  

Zottelbiene: Panurgus spec. legt ihre Eier in verzweigten Erdröhren ab. Den Pollen sammelt sie im Blütenkorb von Korbblütlern indem sie sich krümmen und ihn in ihrem Zottelfell aufnehmen.  

Gewöhnliche Keulhornbiene: Ceratina Antopharo liebt von Brombeeren durchsetzte Hecken in deren Stängel sie ihre Nester baut. 

Dichtpunktierte Goldfurchenbiene: Halictus subauratus baut Brutröhren in vegetationslosen Böden u. lösshaltigen Steilwänden. Korbblütler werden zum Sammeln von Pollen bevorzugt.

Waldschenkelbiene: Macropis fulvipes

Ihre Nester befinden sich in Hanglage deren Zellenführende Gänge mit Erde gefüllt sind. Sie leben solitär und bevorzugen Waldränder 

Schwarze Keulhornbiene: Ceratina cucurbitina nistet in markhaltigen, dürren Pflanzenstängeln und Zweigen (z.B. Brombeere, Holunder, Königskerze), in die sie selbst Gänge gräbt.

Wald-Pelzbiene: Anthophora furcata
nistet primär in weichem, morschem Totholz, wie alten Baumstümpfen. Die Brutzellen sind linear angeordnet.

Feld Kuckuckshummel: Bombus compestris die sozialparasitische Art nistet sich in fremde Hummelnester ein, nimmt deren Geruch an und legt dort ihre Eier.  

Punktierte Düsterbiene: Stelis punk-tulatissima ist eine Kuckucksbiene, die ihre Eier in fremde Gelege ablegt. Die geschlüpften Larven töten die Wirts-larven und verzehren deren Proviant.

Blaue Goldwespe: Trichrysis cyanea das parasitische Weibchen legt ihr Ei zu unter-schiedlichen Zeitpunkten des Wirts-Nestbaus ab. Ihre Larven setzen sich durch und töten die Wirtslarven.

Goldwespe: Chrysis spec. legt ihre Eier einzeln in die Nester aculeater Haut-flügler wie z. B. von Mauerbienen. Die Larve frisst die Nachkommen und Vorräte ihres Wirtes und verpuppt sich.

Goldwespe: Chrysis spec.