2026 Warum lohnt es sich für unsere Insekten Raum, Nahrung und eine intakte Umwelt zu erhalten?
Die kleinen Helfer werden oft unterschätzt. Allein 33.000 verschiedene Käfer, Fliegen, Wildbienen, Heuschrecken, Libellen und Ameisen kennen wir in Deutschland. Sie sind in vieler Hinsicht nützlich, zur Herstellung von Arzneien, zur Lockerung und Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen und zur Bestäubung von Obst und Gemüse. 84% aller Nutzpflanzen sind direkt abhängig von der Bestäubung durch die vielen Insektenarten. Die kleinen Krabbeltiere bilden zugleich die Basis der Nahrungskette. Wir Menschen sind von ihnen direkt oder indirekt abhängig. Ohne unsere Insekten wäre menschliches Leben schon bald nicht mehr möglich.
Unser Lebensstandard in Deutschland und der Umgang mit der Umwelt, in der wir leben hatte in den letzten Jahren ziemlich drastische Folgen für unsere Freunde, die Insekten. Es sind inzwischen rund 42% aller Insektenarten vor Ort vom Aussterben bedroht. Dazu kommt, dass die Gesamt-Biomasse, welche die Insekten in unserem Land ausmachen in den letzten 30 Jahren um 74% abgenommen hat. Der eindrücklichste Beweis für diesen Rückgang liefert der nur noch spärliche Belag an Insekten auf unseren PKW- Windschutzscheiben. „Das ist doch ein Erfolg“, mag mancher denken. Ja, aber auf die Dauer mit furchtbaren Konsequenzen. Die Natur funktioniert wie ein komplexes Getriebe. Wenn man einzelne Zahnräder herausnimmt, kann dies zu Funktionsuntüchtigkeit und schließlich zum Versagen des Ganzen führen.
Fotografie: Rainer Müller
C-Falter - dient als Bestäuber von Pflanzen und spielt eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz
Wespen fressen Raupen, Mücken, Fliegen und Blattläuse und dienen als Bestäuber für die Pflanzenwelt
Kleiner Fuchs - fleißiger Bestäuber, seine Raupen sind eine wichtige Proteinquelle für Vögel
Feuerkäfer - fressen im Totholz lebenden Larven und die Raupen von Schadinsekten wie z.B. dem Borkenkäfer
Was können wir tun, wir alle?
1. Schritt
Um weiteres Insektensterben zu verhindern, sollten wir die kleinen Helfer in der Natur erst einmal kennenlernen und sie auf Augenhöhe behandeln. Wer sich Zeit nimmt, den ein oder anderen Käfer, Schmetterling oder eine Libelle einmal genauer zu betrachten wird rasch feststellen um welche Wunderwerke es sich dabei handelt.
Fotografie: Rainer Müller
grünes Heupferd ernährt sich von Schadinsekten wie Blattläusen, Fliegen und Raupen
Libelle - frisst sowohl als Larve im Wasser als auch im Erwachsenenstadium Schädlinge wie etwa Mücken und Blattläuse und ist ein Bioindikator für gesunde Gewässer
Rotköpfiger Feuerkäfer - lebt von Samenresten, Fallobst und toten Insekten und räumt so den Garten auf
Krabbenspinne ist ein natürlicher Schädlingsbekämpfer der schädliche Raupen und andere Insekten frisst
2. Schritt
Der zweite Schritt besteht darin sich selbst und andere nicht anzuklagen. Landwirte müssen wirtschaften können. Die Industrie- und auch die Handwerksunternehmen müssen laufen. Wir fahren nahezu alle mit dem Auto, Bus oder Bahn. Wir kaufen Plastikverpackung. Wir verbrauchen Energie und beanspruchen Wohnraum und öffentliche Flächen. Das ist alles erlaubt und gehört inzwischen zu unserem Leben. Es nutzt niemandem die Ursache vom Rückgang der Artenvielfalt bei anderen zu suchen. Wir sind selbst die Ursache.
3. Schritt
Anders ist es, wenn wir uns fragen, wie wir mit all dem, was wir beanspruchen, umgehen. Jede Blüte im Garten zählt. Müllvermeidung und Mülltrennung lohnen sich. Ein wild wachsender Teil des Gartens ist Naturschutz. Das Auto einmal stehen zu lassen hilft ebenfalls. Man könnte eine ganze Liste an Möglichkeiten privat etwas zu tun anfügen. Doch darum geht es nicht primär. Es geht ums Umdenken, um die Bewahrung unseres gesunden Lebensraums. Hier sind wir gefragt und verantwortlich. Das sollte uns klar sein.
So ist es nicht nur im privaten Bereich. Was können Landwirte, Industrieunternehmen und Produzenten von Produkten und Dienstleistungen tun? Manch einer würde gerne die Verhältnisse ändern. Doch wie? Manchmal fehlt das Geld, manchmal fehlt ganz einfach das Knowhow. Es stellen sich Fragen. Wie kann man denn ohne Pflanzenschutz wirtschaftlich Lebensmittel produzieren? Wie kann man auf synthetische Kunststoffe verzichten? Gibt es Alternativen zu Energieintensiven Prozessen? In manchen Fällen kennen wir die Antworten. Doch oft kommen die Antworten nicht von selbst auf den Tisch. Eben deshalb braucht es das Umdenken. Ohne selbstinitiativ neue Wege zu erkunden, geht das Artensterben weiter. Wir riskieren mehr als wir uns heute vorstellen können.
4. Schritt
Lippenbekenntnisse und Umdenken nutzen nur etwas wenn Taten folgen, ob privat oder geschäftlich. Wer sich konkret Änderungen vornimmt und umsetzt liefert damit einen Beitrag zur Gesundung unserer Welt in der wir alle leben. Nur darauf kommt es an.
Fotografie: Rainer Müller
Aurora Falter - ist ein wichtiger Teil der heimischen Insektenwelt und trägt zum ökologischen Gleichgewicht bei
Gelbrandkäfer - seine Larven sind agressiv und vertilgen zahlreiche Mückenlarven
blaue Holzbiene - bestäubt viele Pflanzen- und Gemüsearten
Mauerbiene -bestäubt täglich ein Vielfaches an Blüten im Vergleich zur Honigbiene
2026 Wie geht es unseren Insekten im Winter?
Von Dezember bis März befinden sich viele der erwachsenen Insekten in einer Winterstarre. Dabei verbergen sie sich an geschützten Orten, im Boden, in Mauerspalten, im Holz, in Pflanzenstängeln oder unter Laubhaufen wie etwa einige Käferarten, Wildbienen, Libellen, Wespenköniginnen oder Florfliegen. Andere sind noch nicht voll entwickelt und überwintern in Eiern, im Larvenstadium oder als Puppe wie etwa viele der künftigen Schmetterlinge.
Staudenreste altes Gras, Sandflächen und Totholz im Garten helfen den Insekten zu überwintern und sollten erst im späten Frühjahr beseitigt werden.
gestapeltes Holz ist ein idealer Unterschlupf für Insekten
auch in den Stängeln von Beerensträuchern im eigenen Garten überwintern Insekten sehr gerne
Steinmauern jeder Art bieten Ritzen und Spalten zur Überwinterung
Im Altgras legen viele Insekten ihre Eier. Dort können sie geschützt überwintern