P8/25
Projekt zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers
Start im Frühjahr 2025
Projektleitung: Thomas Meyer
Ausgangssituation:
Einer der größten Schädlinge für den Anbau von Pflaumen in Plantagen ist der Pflaumenwickler. Der Einsatz von Insektiziden ist zwar immer noch erfolgreich, doch geht die Wirkung der zugelassenen Spritzmittel in den letzten Jahren zurück. Erfahrungen mit anderen Methoden wie dem Einsatz von Pheromonen liegen zwar vor, doch weisen die Berichte hierüber recht unterschiedliche Ergebnisse aus.
Idee:
Pheromone, in unserem Fall Sexualpheromone die auf Lockmechanismen beruhen, können in der Schädlingsbekämpfung nutzbringend eingesetzt werden. Die Verwirrungsmethode bedient sich solcher Sexualpheromone. Durch ein Überangebot von Sexualhormonen in der Luft wird das Auffinden der Geschlechtspartner der Schadinsekten unmöglich. Die männlichen Falter des Pflaumenwicklers sind hierdurch nicht mehr in der Lage weibliche Partner zu finden.
Die Verteilung von Sexualpheromonen erfolgt i.d.R. mittels Dispenser. Diese verfügen über eine Langzeitwirkung, so dass eine geringe Dichte von Schädlingen über die Dauer der Vermehrungsperiode zu einer deutlichen Reduktion der Eiablage der Schädlinge führt. Um einen realistischen Eindruck über die Wirkung solcher Pheromone in unserem örtlichen Versuchsumfeld zu gewinnen, wird eine kleine, abgeschlossene Pflaumenplantage mit Pheromon-Spendern ausgestattet.
Dauer und Aufwand:
Für den Versuch wurde zunächst ein Jahr festgelegt. Es handelt sich um eine umzäunte Anlage zwischen Wiesenland und wenigen Ackerflächen. Die äußeren Baumreihen werden mit je zwei Spendern und die inneren Baumreihen mit je einem Spender ausgestattet.
Monitoring:
Der Pflegeaufwand, die Beobachtungen, Befall mit Schädlingen werden regelmäßig schriftlich dokumentiert. Die Ergebnisse, Erntemenge und Qualität der Pflaumen wird mit den Ergebnissen der Vorjahre verglichen. Einflüsse auf die Umwelt werden registriert.
gesunde Frucht
Raupenbefall
Pflaumenwickler Falter
Projektbericht P8/25 für das Jahr 2025
Projekt zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers - Start im Frühjahr 2025
Projektleitung: Thomas Meyer
- Der wesentliche Arbeitsaufwand bestand im Aufhängen der Dispenser in einer 0,8 ha großen, separierten Anlage. Die ca. 600 Bäume wurden alle mit Dispensern versehen.
- Die außen liegenden Bäume wurden mit je 2 Dispensern in einer Höhe von 1/3 und 2/3 der Gesamthöhe vom Boden entfernt aufgehängt.
- Die innen liegenden Bäume erhielten je einen Dispenser auf 2/3 Höhe vom Boden.
- Der Zeitpunkt der Aufhängung der Dispenser wurde auf Bescheid eines Fachberaters (Hochschwarzwald) Mitte Mai gewählt.
Beobachtungen:
- Falter des Pflaumenwicklers waren von Anfang an anwesend. Raupenbefall fand in geringem Maße statt.
- Die Wetterverhältnisse waren günstig. Es war kein außergewöhnlich hoher Befall zu erwarten.
- Die Ernte fand je nach Sorte vom 1. Juli bis Ende August statt.
- Die trockene Phase und die hohen Temperaturen in der zweiten Hälfte der Ernte begünstigten die Entwicklung des Pflaumenwicklers.
Ergebnisse:
- Die Erträge waren gut. Lediglich bei den späten Sorten war ein etwa 5% höherer Ertragsverlust festzustellen als bei konventioneller Schädlingsbekämpfung.
- Der Aufwand an Arbeitszeit war bei der Pheromon Behandlung etwa 2,5 h höher als bei konventioneller Pestizidbehandlung.
- Die Kosten für konventionelle Pestizidbehandlung liegen etwa um 20-30% höher als bei der Pheromon Behandlung.
- Ab einer Flächenbearbeitung von 1 ha dürfte die Kostenbetrachtung bei beiden Methoden auf das gleiche Ergebnis kommen.
Konsequenzen:
- Sollte sich die Erfahrung dieses ersten Versuches in den nächsten Jahren wiederholen so ist die Pheromon Behandlung der konventionellen Behandlung vorzuziehen.
- Der Versuch wird auf weitere zwei Jahre ausgeweitet und die Beobachtungen und Ergebnisse werden weiter dokumentiert.